Leistungsbeschreibung der 7-Tage Wohngruppe

Leistungsangebot

Stand: 08.12.2017

Kurzbeschreibung der Gesamteinrichtung

1. Träger und Name der Einrichtung, Adresse, Tel./Fax/E-Mail/Internet

„Smile-Kids Menslage GmbH & Co. KG “[1]

Ronny Horn

Renslager Str. 1

49637 Menslage / Renslage

fon :                05437 9479920

fax :                 05437 9479919

e-mail :           info@smile-kids.info

Homepage:   www.smile-kids.info

2. Benennung aller Leistungsangebote im Rahmen der Jugendhilfe, jeweils mit Bezeichnung/Name des Angebotes

  1. „Smile-Kids“ Hof Herbergen: 5-Tage-Wochengruppe
  2. „Smile-Kids“ Hof Renslage: 7-Tage-Wohngruppe

Die Wohngruppen von „Smile-Kids“ sind Einrichtungen der freien Jugendhilfe. Es handelt sich um vollstationäre Einrichtungen, die der Heimaufsicht des Landesjugendamtes Hannover unterliegen. Das örtliche Jugendamt ist der Landkreis Osnabrück. Es gelten die Rahmenverträge auf der Grundlage von § 78 f KJHG in der jeweils gültigen Fassung.

Wir sind Mitglied im VPK (Landesverband privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe in Niedersachsen e. V.).

3. Grundsätzliches Selbstverständnis / Leitbild der Gesamteinrichtung

Grundsätzliches Selbstverständnis

Unser Selbstverständnis gründet sich im Wesentlichen auf den Grundsatz: „Alle Menschen sind gleich“. Jedem sollte das gleiche Maß an Wertschätzung, Achtung und Solidarität entgegengebracht werden. Alle Verhaltensweisen der Menschen sind als Resultat aus Umwelt / Umfeldfaktoren zu verstehen und in Systemen verankert. In unserer Einrichtung soll es den Kindern und Jugendlichen möglich sein, sich zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln, die sich als Teil einer sich ständig ändernden Gesellschaft verstehen.

Wir wollen die Kinder und Jugendlichen auf ihrem momentanen Entwicklungsstand annehmen und mit ihnen an Zukunftsperspektiven arbeiten.

Sie sollen die Möglichkeit bekommen, in einer geschützten und professionellen Atmosphäre, korrigierende Erfahrungen zu machen, sich eigener Ressourcen bewusst zu werden, diese zu nutzen und zu authentischem Handeln zu finden.

Die Arbeit mit den Sorgeberechtigten ist in gleichem Maße von Wertschätzung und Achtung geprägt.

Leitbild

Unser Handeln ist geprägt von einer sozialen, ethischen und humanistischen Grundeinstellung. Hieraus leiten wir für uns eine prinzipiell positive, wertschätzende und akzeptierende Einstellung zum Menschen in seiner Ganzheit ab. Bestandteil dieser Sichtweise sind im Besonderen die jeweiligen Biographien der jungen Menschen, die Arbeit und Reflexion mit der Herkunftsfamilie und dem neuen Lebenssystem in Bezug auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

I. Benennung und Beschreibung des einzelnen Leistungsangebotes

1. Name des Angebotes, Adresse, Tel./Fax/E-Mail/Internet

„Smile-Kids“ Hof Renslage:  7-Tage-Wohngruppe

Renslager Str. 1

49637 Menslage / Renslage

fon :                05437 9479920

fax :                 05437 9479919

e-mail :           info@smile-kids.info

Homepage:   www.smile-kids.info

2. Standort des Angebotes

Die 7-Tage-Wohngruppe „Hof Renslage“ befindet sich im Menslager Ortsteil Renslage (Landkreis Osnabrück; Samtgemeinde Artland), ca. 4 km vom Ortskern entfernt.

Eine Grundschule befindet sich im Ort Menslage und im 5 km entfernten Nachbarort Berge, wo ebenfalls die zuständige Oberschule mit einem einzügigen Haupt- und zum Teil zweizügigem Realschulschulzweig ist. Im ca. 13 km entfernten Quakenbrück finden sich ebenfalls alle Formen der Regelschule, sowie eine Förderschule (mit den Schwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung). In der ca. 15 km entfernten Stadt Fürstenau ist das schulische Angebot einer „IGS“ (Integrierte Gesamtschule) als Ganztagsschule vorhanden.

Alle Schulen sind  mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.

Die zuständige „Förderschule mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung“ befindet sich in Osnabrück.

Gegenstände des täglichen Bedarfs können direkt im Ort Menslage oder in Berge erstanden werden. Mehrere Discounter, Supermärkte und weitere Einkaufsmöglichkeiten finden sich in den jeweils ca. 13 km entfernten Städten Löningen und Quakenbrück.

Die ärztliche Versorgung ist in den Gemeinden Menslage und Berge durch ortsansässige Allgemeinmediziner, Zahnarztpraxen und Apotheken abgedeckt; weiterführende Spezialisten und Krankenhäuser befinden sich jeweils in Löningen und Quakenbrück.

Zur Freizeitgestaltung bietet das Hasetal vielfältige Möglichkeiten für alle Altersklassen. Einige sind exemplarisch von der „Hasetal-Touristik-GmbH“ veröffentlicht, mit der wir zum Teil kooperieren (z. B. Draisinenfahrten, Paddel- und Radtouren, Zeltlager, Kletterpark, etc.). Neben diesen offenen Freizeitangeboten findet sich schon in Menslage eine bestehende Vereinskultur (z. B. Feuerwehr), die von der Vielfalt im Ortsteil Renslage selbst ergänzt wird. In direkter Nachbarschaft zur Wohngruppe befindet sich das „Vereins- und Kulturzentrum“ von Renslage, in dem sich unterschiedliche Vereine (z. B. Fußball, Blaskapelle „Die Renslager“, Angelverein, Theatergruppe mit „Weihnachtsschule“, etc.) treffen, Sitzungen und Übungsstunden abhalten oder miteinander feiern. Eine Integration unserer Kinder und Jugendlichen ist ausgesprochen erwünscht. Wir kooperieren mit einer nahe gelegenen Keramikwerkstatt und mit einigen Bauernhöfen, auf denen die Kinder und Jugendlichen (auch zum Helfen) gern gesehen sind. In und um Menslage besteht die Möglichkeit zum Reiten und für Reitunterricht, sowie zum Besuch einer Alpaka- und einer Kamelfarm. Für Bewegungsangebote im Freien eignet sich der ländliche Raum im Allgemeinen. Im Besonderen sei hierfür aber auch der öffentliche Sportplatz und die Skateranlage von Menslage benannt, sowie der Fußballplatz gegenüber der Einrichtung. Mit der lebendigen Begegnungsstätte des Mehrgenerationenhauses „Familienzentrum Pusteblume e. V.“ in Berge findet sich vor Ort ein weiteres attraktives Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters. Auch das Vereinsleben in Berge (z. B. Tischtennis, Schützenverein) kann von unserer Einrichtung aus genutzt werden.

Neben den Freizeitangeboten in Menslage und Berge, bieten auch die nahe gelegenen Städte, Löningen und Quakenbrück, vielfältige Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche. So gibt es in Quakenbrück außer den gängigen Sportvereinen beispielsweise eine Theaterwerkstatt, ein Jugendzentrum, den THW und den DLRG. In Löningen finden sich außerdem ein Frauenfußballverein und die Pfadfinder. In beiden Städten gibt es Schwimmbäder (Hallen- und Freibäder) und ein Kino. Die nächstgelegene Großstadt (Osnabrück) ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln  zu erreichen und lädt ein zum Shoppingbummel, zum Zoobesuch, zum Eislaufen u. v. m.

Über diese öffentlichen Angebote hinaus können der einrichtungseigene Garten, die Werkstätten, die Spielhalle und die Kreativräume auf dem Gelände der 5-Tage-Wochengruppe von „Smile-Kids“, sowie das Freigelände in Herbergen (zum Skaten, Radfahren, Kettcarfahren, für Wasserspiele, etc.) genutzt werden.

3. Rechtsgrundlage für die Aufnahme nach SGB VIII

Rechtsgrundlage sind die §§ 27, 34  und 41 SGB VIII.

Die 7-Tage-Wohngruppe „Hof Renslage“ von „Smile–Kids“, ist ein vollstationäres Angebot der Kinder- und Jugendhilfe.

Durch unsere Arbeit soll eine gute Kopplung mit der Herkunftsfamilie möglich werden. Schwerpunkte der Arbeit sind die Stabilisierung und Förderung der Kinder und Jugendlichen und die Arbeit mit den Sorgeberechtigten. Aufgrund des konzeptionellen Ansatzes der Rückführung in die Familie ist eine intensive Elternarbeit zentraler Punkt unserer Arbeit.

4. Personenkreis / Zielgruppe

Die 7-Tage-Wohngruppe ist geeignet für Mädchen und Jungen ab einem Alter von 6 Jahren,  deren Erziehung und Entwicklung im bisherigen Umfeld nicht sichergestellt sind und deren Personensorgeberechtigte Anspruch auf eine Erziehungshilfe gem. § 27 SGB VIII haben oder die selbst anspruchsberechtigt nach §41 SGB VIII sind.

Zielgruppe dieses Betreuungsangebotes sind Kinder, Jugendliche und junge Volljährige beiderlei Geschlechts gem. § 7 SGB VIII mit Entwicklungsauffälligkeiten / -verzögerungen, verhaltens- und emotionalen Störungen, reaktiven Störungen (z. B. aufgrund familiärer Belastungen) und / oder Verzögerungen im Bereich Intelligenz, dem Lern-, Sozial-, Arbeits- und Leistungsverhalten, die mit ambulanten oder teilstationären Hilfeformen nicht ausreichend gefördert oder geschützt werden können.

Grundlage für das Wohnen in der 7-Tage-Wohngruppe ist der Besuch einer Schule, Angliederung an Maßnahmen zum Schulersatz bzw. das Absolvieren einer Ausbildung. Eine mögliche Reintegration in ihre Herkunftsfamilie ist Zielsetzung der gemeinsamen Arbeit. Die Eltern müssen zu einer engen Zusammenarbeit bereit sein und müssen die Versorgung und Sicherheit der Kinder und Jugendlichen während der Aufenthalte dieser in der Familie gewährleisten können.

Vorrangig werden Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Osnabrück und den angrenzenden Landkreisen aufgenommen. Es sollen aber auch Kinder und Jugendliche aus anderen Bereichen Aufnahme finden.

Der Aufnahme geht ein Vorstellungsgespräch voraus. Bei Bedarf werden bereits im Aufnahmeverfahren externe Fachdienste und Institutionen (z. B. Kinder- und Jugendpsychiatrie) hinzugezogen.

Aufnahmekriterien:

  • Aufnahmealter der Kinder: 6 – 16 Jahre (Ausnahmen müssen individuell besprochen werden und im Gruppenkontext tragbar sein)
  • Bereitschaft der Eltern und Kinder / Jugendlichen zur Zusammenarbeit

Ausschlusskriterien

Durch ausschließende Kriterien möchten wir einerseits die fachlichen Grenzen unseres Leistungsangebotes verdeutlichen, andererseits achten wir im Hinblick auf die Zusammensetzung der Wohngruppe auch darauf, dass Schutz- und Entwicklungsräume ermöglicht und gleichzeitig drohende Entwicklungshemmnisse oder gar Retraumatisierungen präventiv verhindert werden können – z. B. bei gewalterfahrenen jungen Menschen (u. a. im sexuellen Kontext).

Wir verstehen uns daher i. d. R. nicht bzw. nur in Ausnahmefällen als geeignete Einrichtung für junge Menschen, die aufgrund

  • akuter oder latenter Suizidproblematik
  • akuter und manifester Alkohol- und/oder Drogenabhängigkeit
  • sexuell übergriffigem Verhalten
  • akuter Hochdelinquenz und/oder übermäßiger Gewaltbereitschaft
  • schwerwiegender psychotischer Störungen
  • körperlicher oder geistiger Behinderung

einer stationären Hilfe (ggf. mit therapeutischer Intensivbehandlung) bedürfen.

5. Platzzahl des gesamten Angebotes mit Trennung nach den Gruppen eines Leistungsangebotes

Es stehen maximal 6 Plätze zu Verfügung.

6. Allgemeine mit der Leistung verbundene Ziele

Mit unserer Arbeit in der 7-Tage-Wohngruppe „Smile-Kids“ möchten wir allen Beteiligten helfen, eigene Ressourcen zu erkennen und zu mobilisieren. Die Kinder und Jugendlichen sollen gestärkt werden, als sozialverantwortliche Mitglieder der Gesellschaft eigenverantwortlich zu denken und zu handeln. Wir streben die Rückführung der Kinder und Jugendlichen in den elterlichen Haushalt an, wenn die Sicherheit und die gesunde Entwicklung der Schutzbefohlenen gewährleistet sind.

7. Fachliche Ausrichtung der Leistung und angewandte Methodik

Pädagogischer Ansatz

Wir leisten für die uns anvertrauten jungen Menschen eine fachlich kompetente und engagierte partizipatorische Begleitung.

Das konkrete pädagogische Handeln in der 7-Tage-Wohngruppe orientiert sich an verhaltenstherapeutischen und systemischen Ansätzen. Dabei wird davon ausgegangen, dass verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche ihre Grundanliegen oft mit sozial unangemessenen Mitteln verfolgen. Diese stellen für andere Menschen oft ein Problem dar. Für das Kind hingegen sind dieses nicht Probleme, sondern Lösungen, wenn auch so genannte „Scheinlösungen“. Unsere Pädagogik soll dazu dienen, positive und sozial förderliche Bedingungen zu gestalten, damit ein Kind bzw. Jugendlicher lernen kann, seine Anliegen legal und sozial angemessen zu realisieren.

Obwohl die Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung leben, bleiben die Eltern in ihrer Beziehungsrolle („Vater / Mutter“) Ansprechpartner und wichtig für ihre Kinder. Die Haupterziehungsverantwortung wird in den Rahmen der professionellen Begleitung der Kinder und Jugendlichen angesiedelt. Die Eltern übernehmen die Erziehungsverantwortung in den Zeiten, in denen die Kinder ihrer Obhut unterliegen (z. B. bei vereinbarten Wochenendheimfahrten und in Ferienzeiten mit ihren Kindern). Kinder und Jugendliche, sowie deren Eltern sollen durch diese Verschiebung Entlastung und Sicherheit erhalten und in gesondert vorbereiteter gemeinsamer Zeit neue Erfahrungen für gute familiäre Beziehungen erleben.

Ein enger Austausch von gemachten Erfahrungen, deren Reflektion und kritische Betrachtung zwischen den Pädagogen und den Sorgeberechtigten dient dem Abstimmen gemeinsamer Ziele und deren Umsetzung.

Pädagogische Zielsetzung

Vor dem Hintergrund des pädagogischen Ansatzes, ist es unser Ziel, das Kind oder den Jugendlichen in die Herkunfts- oder Pflegefamilie rückzuführen und den Verbleib im familiären Bezugssystem zu sichern.

In Fällen, in denen eine Rückführung längerfristig nicht möglich erscheint, bieten wir ein gesichertes Beziehungsumfeld für das Kind bzw. den Jugendlichen und verfolgen bei Bedarf im weiteren Verlauf (nach Möglichkeit mit allen Beteiligten) das Ziel, geeignete Alternativen für die Zukunft des jeweiligen Kindes / Jugendlichen zu entwickeln, zu begleiten und ggf. umzusetzen.

Schwerpunkte der Elternarbeit

  • Erhaltung und Förderung der Erziehungsverantwortung der Sorgeberechtigten gegenüber den Kindern und Jugendlichen
  • Erarbeitung eines gemeinsamen Erziehungsprozesses
  • Stärkung in der (Wieder-)Entwicklung einer positiven Eltern-Kinder-Beziehung
  • Biographisches Aufarbeiten des familiären Kontextes (Genogrammarbeit)
  • Wahrnehmen und Fördern von systemischen Ressourcen

Schwerpunkte der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen

  • Förderung einer dem Alter entsprechenden ganzheitlichen Eigen- und Fremdwahrnehmung
  • Unterstützung und Förderung beim Erreichen von schulischen und beruflichen Zielen
  • Wahrnehmung und Förderung eigener Ressourcen
  • Stärkung eines positiven Selbstbildes
  • Soziale Integration in bestehende Gruppenformen
  • Biographiearbeit („Lebensbuch“)
  • Unterstützung und Begleitung in der (Wieder-)Entwicklung einer positiven Eltern-Kinder-Beziehung

Methodische Grundlagen

Von primärer Bedeutung für unsere Arbeit ist Kontinuität, Zuverlässigkeit und Beziehung in der Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen und deren Sorgeberechtigten. Unsere Arbeit basiert auf systemischen und lösungsorientierten Ansätzen. Das Entdecken und Nutzen von Ressourcen bei den Kindern und Jugendlichen als auch bei den Sorgeberechtigten ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

Durch spezielle handwerkliche Angebote soll dieser Vorgang bei den Kindern und Jugendlichen unterstützt werden. Das gemeinsame Handeln und Tun ist dabei ein treibender Motor und hilft, Entwicklungsprozesse positiv zu beeinflussen.

Ein strukturierter Tagesablauf unter Einbindung von immer wiederkehrenden Ritualen soll ein gemeinsames Leben und Erleben ermöglichen, welche die Basis für eine vertrauensvolle, einschätzbare und eine gegenseitig akzeptierende Beziehung bilden.

Eine Mischung aus dem Schaffen von Freiräumen und dem Setzen von Grenzen ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen sich frei zu entwickeln und eigene Erfahrungen zu machen und dabei Orientierung und Sicherheit zu erhalten.

Erlebnispädagogische Angebote, wie z.B. Klettern, sollen es den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, an ihre Grenzen zu gelangen, „Gruppe“ zu erleben, Vertrauen aufzubauen, Hilfe zuzulassen und Konfliktlösungsstrategien zu erlernen.

Durch Sport / Spiel, sowie eine den Jahreszeiten angemessene und gesunde Ernährung, wird ein positives Körpergefühl entwickelt und ein Umgang mit heimischen Ressourcen erlernt.

Die methodischen Grundlagen lassen sich aus den lerntheoretisch orientierten und systemischen Ansätzen ableiten. Dazu gehört u. a.:

  • die kontinuierliche positive Verstärkung auch von kleineren persönlichen Fortschritten
  • wertschätzendes Verhalten
  • die Suche und Bewusstmachung von selbstwertdienlichen Kognitionen bzw. Gedanken
  • die Erarbeitung förderlicher sozialer Fertigkeiten im Rollenspiel und des Transfers auf verschiedene Lebensbereiche
  • Einüben von Selbstkontrolle
  • Aktives Zuhören bei besonderen Problemen
  • Ausgewogenes Verhältnis von Alltagsstruktur und freien Entfaltungsmöglichkeiten
  • Analyse systemischer Zusammenhänge
  • Gruppendynamische Prozesse
  • Arbeit mit Video und Foto zur Förderung und Überprüfung von Selbst- und Fremdwahrnehmung

In der Elternarbeit liegt die Gewichtung bei systemisch orientierten Beratungsgesprächen und möglichen Hospitationen der Eltern. In Absprache mit dem Leistungsträger kann die Methode des Video-Home-Training® als individuelle Sonderleistung in und mit der Herkunftsfamilie mit dem Ziel der Verbesserung innerfamiliärer Beziehungen angeboten werden. Dies empfehlen wir gesondert im Rahmen einer möglichen Rückführungsvorbereitung.

8. Grundleistungen

Zu den Grundleistungen der Unterkunft, Verpflegung und Hauswirtschaft zählen:

  • Zur Verfügung stellen von Wohn- und Schlafräumen
  • Einkauf und Zubereitung von Mahlzeiten (Speisenversorgung)
  • Reinigung der gemeinschaftlich genutzten Sanitär- und Wohnräume
  • Kleidungspflege, Wäscheversorgung
  • Grundreinigung (bei Auszug / Umzug eines jungen Menschen)
  • Haustechnische Leistungen (Instandhaltung, Sicherheitsunterweisungen, Renovierungsarbeiten, etc.)

Die im Folgenden beschriebenen Leistungen sind Standardleistungen und kommen grundsätzlich allen Kindern und Jugendlichen bzw. deren Sorgeberechtigten zugute.

8.1 Gruppenbezogene Leistungen

Aufnahmeverfahren / Hilfe- und Erziehungsplanung

  • Kennen lernen der 7-Tage-Wohngruppe durch Informationsgespräche und Gruppenbesichtigung / -Besuch
  • Intensive Aufklärung der Sorgeberechtigten vor der Aufnahme der Kinder und Jugendlichen über Ziele, Regeln und inhaltliche Gestaltung der Arbeit und Verpflichtung zur Zusammenarbeit
  • Aufnahme des Kindes oder des Jugendlichen in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt, dem Kind/Jugendlichen und den Sorgeberechtigten auf Basis der Hilfeplanung laut §36 SGB VIII
  • schriftlicher Vertrag über Aufträge und Ziele aller Beteiligten

Der Hilfeplan stellt die Grundlage für unsere Arbeit dar. Die Einrichtung erstellt für das jeweilige Hilfeplangespräch nach § 36 KJHG einen schriftlichen Kurzbericht, aus dem Aussagen über die Entwicklung des Kindes bzw. des Jugendlichen zu entnehmen sind. Dieser steht dem zuständigen Jugendamt 14 Tage vor der Hilfeplanung zur Verfügung. In Absprache mit dem örtlichen Träger der Jugendhilfe werden alle Betroffenen zum vereinbarten Termin des Hilfeplangespräches eingeladen. Dabei wird das betreffende Kind bzw. der betreffende Jugendliche einbezogen.

Alltagsgestaltung

Grundsätzlich werden alle Kinder und Jugendlichen 24 Stunden pro Tag an 365 Tagen im Jahr betreut.

Tagesablauf an Werk- / Schultagen:

05:00 Uhr – 08:15 Uhr        Wecken, Aufstehen, Frühstücken, Erstellen der Tagesverpflegung, zur Schule gehen (ggf. Begleitung auf dem Schulweg)

08:15 Uhr – 9:00 Uhr          Vernetzungsarbeit mit Eltern, Behörden, Therapeuten und anderen Institutionen; Dokumentation der Arbeit

12:00 Uhr – 14:00 Uhr        Rückkehr der Kinder aus der Schule, Einzelkontakte, Hilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, ggf. Hausaufgabenzeit

14:00 Uhr – 14:30 Uhr        Gemeinsames Mittagessen, Befindlichkeitsrunde, Tischdienst

14:30 Uhr – 15:00 Uhr        Ruhephase

15:00 Uhr – 16:00 Uhr        Hausaufgabenzeit, Lernzeit

16:00 Uhr – 19:00 Uhr        Planung des Nachmittages, individuelle Förderangebote, Therapien, Gruppenangebote, Schul- und Freizeit-AG´s, Freunde treffen, Einkaufen, Zimmerreinigung, hauswirtschaftliche Dienste und Aufgaben, Telefonkontakte zur Herkunftsfamilie

19:00 Uhr – 19:45 Uhr        Gemeinsames Abendessen, Planung des Abends (altersabhängig), Tischdienst

19:45 Uhr – 23:00 Uhr        Abendgestaltung, wöchentlich Kinderteam, besondere Gruppenangebote, Einzelkontakte

23:00 Uhr – 05:00 Uhr        Nachtbereitschaft

Tagesablauf an Wochenenden- / Ferien- und Feiertagen:

06:00 Uhr – 13:00 Uhr        Wecken, Aufstehen, Frühstücken, Wochenendplanung

                                               Hilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (Reinigung, Wäsche, Kochen)

13:00 Uhr – 14:00 Uhr        Gemeinsames Mittagessen, Befindlichkeitsrunde, Tischdienst

14:00 Uhr – 19:00 Uhr        Gruppenangebote, Freunde treffen, Einkaufen

19:00 Uhr – 19:45 Uhr        Gemeinsames Abendessen, Planung des Abends (altersabhängig), Tischdienst

19:45 Uhr – 23:00 Uhr        Abendgestaltung, besondere Gruppenangebote, Einzelkontakte

23:00 Uhr – 06:00 Uhr        Nachtbereitschaft

Förderung der Persönlichkeitsentwicklung

  • 24 Std. Betreuung an allen Tagen des Jahres
  • (Neu-)Strukturierung des Alltages
  • Individuelle (Ziel-) Förderung
  • Aufarbeitung der eigenen Biografie
  • Lösungsorientierte Auseinandersetzung mit den Problematiken in der Herkunftsfamilie
  • Unterstützung im Kontakt zur Herkunftsfamilie
  • Planung und Reflexion von Heimfahrten
  • Planung und Durchführung von Aktionen, die das Sozialverhalten fördern, das Selbstwertgefühl steigern, Entwicklungsrückstände aufarbeiten, Ressourcen stärken, lebenspraktische Fähigkeiten vermitteln und einüben, und zu einer, dem alter entsprechenden eigenständigen Lebensführung hinführen (speziell durch handwerkliche und freizeit- und erlebnispädagogische Angebote)
  • Abbau und Vermeidung von negativen Karrieren (Delinquenz, Sucht, etc.)
  • Unterstützung und Förderung in schulischen Angelegenheiten (Hausaufgabenhilfe, Lernhilfe) (Nachhilfe ist ggf. möglich, Bestandteil der individuellen Sonderleistungen)
  • Förderung der schulischen und / oder beruflichen Integration
  • soziale Integration im Gemeinwesen nach Interesse
  • Erhalt und Entwicklung wichtiger und förderlicher sozialer Bezüge außerhalb der Familie (Freundschaften, Beziehungen, etc.)
  • Teilnahme an jährlich einer Ferienfahrt
  • Teilnahme an jährlich einem einwöchigen, themenspezifischen Ferienprojekt
  • Vorbereitung entweder auf die Rückführung ins Herkunftssystem oder auf die Intensivierung des Verselbstständigungsprozesses der Kinder und Jugendlichen (Entwicklung von Lebens- und Zukunftsperspektiven)

Neben der Sicherheit und Orientierung durch Struktur, Grenzsetzung, Beziehungsangebote und Freiräume legen wir besonderen Wert auf bewegungsintensive, handwerkliche und ressourcenorientierte Angebote.
In Kooperation mit der 5-Tage-Wochengruppe können die Kinder und Jugendlichen in Herbergen eine Halle als Kreativwerkstatt für großflächige Farb- und Malprojekte nutzen. Eine weitere Halle dient als Holzwerkstatt, in der die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit Holz und Werkzeugen erlernen und verschiedene Geschenke, Dekorationsartikel oder Spielgeräte erstellen können. Halle 3 beherbergt eine Metallwerkstatt. Hier soll das Bauen, Gestalten und Warten einrichtungseigener Fahrzeuge (z. B. Fahrräder, Kettcar) im Mittelpunkt stehen. Die Kinder lernen, wie sie ihre Fahrräder instand setzen und verkehrssicher halten können; wer kein eigenes Fahrrad hat, erhält die Möglichkeit, aus Ersatzteilen ein neues Rad zusammenzustellen. Außerdem wird die Reparatur von eigenen Gegenständen unter dem Motto „Aus alt mach neu“ angeleitet, sowie auch hier Geschenke und Dekorationsartikel hergestellt. Eine weitere Halle können die Kinder und Jugendlichen als Indoorspielplatz nutzen, mit u. a. den Möglichkeiten zum Volleyball-, Tischtennis- und Kickerspielen, einem Gocartparcour oder einem Sandkasten.

Vernetzung

  • Regelmäßige Überprüfung des „Ist-Standes“ im Bezug auf die Hilfeplanung und Rückmeldung an das zuständige Jugendamt, ggf. Veränderung der Vereinbarungen
  • Regelmäßige Kontakte zu den Schulen und anderen Institutionen bzw. Therapeuten
  • Fortlaufende Kommunikation mit den Sorgeberechtigten
  • Kooperation mit der zweiten Wohngruppe von „Smile–Kids“ Menslage: „Hof Herbergen“

Gesundheitliche Vorsorge und medizinische Betreuung

Diese wird in Absprache und Kooperation mit den Sorgeberechtigten durch die Gruppe verantwortlich übernommen, transparent gemacht und dokumentiert.

Psychologischer Dienst

Der Psychologe arbeitet einzeln oder in Gruppen mit den Kindern und Jugendlichen und unterstützt so die Arbeit der pädagogischen MitarbeiterInnen der Einrichtung.

Neben den psychologischen Beratungen für die Jugendlichen steht der Psychologische Dienst auch den Teams der Einrichtung (z.B. für Fallbesprechungen oder Hilfeplanungen, die die Einbeziehung psychologischer Sichtweisen einfordern) zur Verfügung.

Schwerpunktmäßig findet dies in folgenden Bereichen statt:

  • psychologische Beratung
  • Gruppengespräche
  • Krisenmanagement
  • Elternarbeit, Elterncoaching
  • Interne Fortbildung
  • Teamcoaching

Art und Umfang der Familienarbeit

  • Einbindung der Sorgeberechtigten in die Hilfeplanung (Auftragserfassung, Zielentwicklung)
  • Erhaltung und Förderung der Verantwortung der Sorgeberechtigten gegenüber den Kindern und Jugendlichen
  • Herstellung eines gemeinsamen Erziehungsprozesses durch weitreichende und verbindliche Beteiligung und Einbindung der Sorgeberechtigten
  • Lösungsorientierte Auseinandersetzung mit den Problematiken in der Herkunftsfamilie
  • Planung der Häufigkeit und Art der Familienkontakte im Rahmen der Hilfeplanung unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Wünsche
  • Möglichkeit der Hospitation im Gruppenalltag
  • Begleitende Teilnahme an Projekten und Festen
  • Stärkung des Familiensystems
  • Stärkung der Eltern zu einer selbstständigen, eigenverantwortlichen Erziehung
  • Vorbereitung entweder auf die Rückführung des Kindes oder des Jugendlichen ins Herkunftssystem oder auf die Intensivierung von Verselbstständigungsprozessen

Diese Zielsetzungen sollen durch unterschiedliche Maßnahmen bearbeitet und erreicht werden:

  • Telefonate zwischen den Sorgeberechtigten und den Kindern / Jugendlichen

Zwischen den Beteiligten wird ein verbindlicher Tag in der Woche vereinbart, an dem die Sorgeberechtigten für das Kind / den Jugendlichen anrufen, um den Kontakt herzustellen und ihr Interesse zu signalisieren. Darüber hinaus erhalten die Kinder die Möglichkeit, ihre Bezugspersonen nach Absprache von der Einrichtung aus telefonisch zu kontaktieren, um Mitteilungen zu machen, sich auszutauschen, die Stimme des anderen zu hören oder Fragen zu klären.

  • Telefonate zwischen den Pädagogen und den Sorgerberechtigten

Vor und nach einer Heimfahrt von Kindern / Jugendlichen findet mindestens ein Telefonat zwischen einem Pädagogen und den Sorgeberechtigten (nach Möglichkeit unter Einbezug des Kindes / Jugendlichen) statt, um diese Zeiten vorzubereiten und zu reflektieren.

Die Sorgeberechtigten werden im Bedarfsfall durch die Pädagogen über wichtige Details bezüglich der Entwicklung oder Gesundheit ihrer Kinder unterrichtet.

  • Systemisch orientierte Beratungsgespräche zwischen den Sorgeberechtigten und den Pädagogen ggf. unter Einbezug der Kinder / Jugendlichen

Um in gutem Austausch über die Ziele, Entwicklungsfortschritte und Bedürfnisse zu bleiben, bietet die Gesamtleitung bzw. die pädagogische Leitung unter Einbezug der GruppenpädagogInnen im 8-12wöchigen Rhythmus  persönliche Gespräche im Rahmen der Einrichtung an. Ggf. kann die Beratung zwischenzeitlich im häuslichen Umfeld der Familie stattfinden. Das Erkennen und Nutzen von systeminternen Ressourcen ist dabei wichtiger Bestandteil. Außerdem ist es wichtig, die positiven Aspekte des familiären Umfeldes und ggf. auch der dort anzutreffenden sozialen Kontakte zu erhalten und zu fördern. Gegebenenfalls kann die Beratung durch eine systemische Familientherapeutin begleitet / ergänzt werden. Dies ist Bestandteil der individuellen Sonderleistungen. In Absprache mit dem Leistungsträger kann die Methode des Video-Home-Training® in und mit der Herkunftsfamilie als Zusatzleistung mit dem Ziel der Verbesserung innerfamiliärer Beziehungen angeboten werden. Dies empfehlen wir gesondert im Rahmen einer möglichen Rückführungsvorbereitung.

Beteiligung der jungen Menschen

Gruppe

  • regelmäßige Gruppenbesprechungen „Großes Kinderteam“ (mind. 3wöchig) bietet Raum für: Themen der Kinder; Befindlichkeit äußern; Kinderteam-Briefkasten-Leerung; anonyme oder personalisierte Behandlung eingereichter Themen; Erarbeitung gruppenbezogener Themen nach Aktualität / Anlass; Präventions- und Aufklärungsarbeit; Freizeitplanung; Gruppenregeln und Umgang miteinander (erstellen, überarbeiten, reflektieren); u. s. w.
    • regelmäßige Gruppenbesprechungen „Kleines Kinderteam“ (wöchentlich)  bietet Raum für: Themen der Kinder; Befindlichkeit nach dem WE / in der Gruppe äußern; persönliche Ziele besprechen; Wünsche anmelden; aktuelle Themen bearbeiten; u. s. w.
    • Mitwirkung zur Gestaltung des Gruppengeschehens (Gestaltung der Einrichtung; Umgang mit Haus- und Gruppenregeln)
    • Gesprächsrunde am Mittagstisch (Befindlichkeiten)
    • Gesprächsrunde am Kaffeetisch (Besprechung der Tagesplanung, Einbringen eigener Wünsche und Ideen)
    • Planungsrunde für das Wochenende
    • Spezielle (zusätzliche) „Kinderteams“ zu aktuellen Themen innerhalb der Gruppe oder im sozialen Verbund (des Einzelnen oder personenübergreifend)
    • Kinderteam-Briefkasten (an neutralem, leicht zugänglichen Ort; Themen, Beschwerden, Wünsche können anonymisiert eingereicht werden)
    • Wahl des „Kindersprechers“ (roulierendes Amt) und Vergabe anderer „Ämter“ im Rahmen der Kinderteam

Junger Mensch

  • regelmäßige Zielgespräche
    • Einzelförderung (mind. 14tägig) (zielorientierte Arbeit mit den Kindern/Jugendlichen an akuten Fragestellungen und intensive Arbeit an den in der Hilfeplanung festgeschriebenen Zielen durch Einzelkontakte)
    • Mitwirkung zur Gestaltung der Privatsphäre (Gestaltung des Zimmers; Erarbeitung von persönlichen Verstärkerplänen)
    • Mitwirkung an Verlaufsdokumentationen und Tischvorlagen (altersentsprechend)
    • Vorbereitung und Planung von Hilfeplangesprächen (altersentsprechend)
    • Befragungen zur Zufriedenheit / Selbsteinschätzung
    • Ermöglichung der Kontaktaufnahme zu den zuständigen Sachbearbeitern der Jugendämter bzw. externer Ansprechpartner im Krisen- / Notfall durch Information an die Kinder und Jugendlichen, Bereitstellung der Kontaktdaten (persönlich und an neutralem Ort innerhalb der Einrichtung), Motivation und ggf. Begleitung und Unterstützung durch die Pädagogen

Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII

Die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in unserer 7-Tage-Wohngruppe setzt voraus, dass wir das Wohlergehen der uns anvertrauten Personen in unserem Rahmen gewährleisten.

Um dem Schutzauftrag in unserer Einrichtung gerecht zu werden, dokumentieren wir detailliert schriftlich (Telefonate, Aussagen, Beratungen, etc.) und fotografisch (bei körperlichen Spuren). Wir geben spätestens ab Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte eine Gefährdungseinschätzung unsererseits an die zuständigen SachbearbeiterInnen des jeweiligen Jugendamtes weiter. Zudem fördern wir den permanenten Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird (z. B. bei Verdacht von sexueller Gewalt durch Sorgeberechtigte). Wir kooperieren mit dem „Dt. Kinderschutzbund e. V.“ in Osnabrück, sowie mit den Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten vor Ort. Im Rahmen der „Bundesweiten Fortbildungsinitiative 2010-2014“ haben wir mit allen MitarbeiterInnen verschiedene für unsere Einrichtung gültige Kriseninterventionspläne erstellt.

In akuten Krisensituationen (wenn die Kinder oder Jugendlichen z. B. zu ihren Herkunftsfamilien beurlaubt sind) sind wir Ansprechpartner für alle Beteiligten. Die Kinder und Jugendlichen können jederzeit in die Wohngruppe zurückkehren. Wir sind permanent bemüht, gemeinsam mit allen Beteiligten vorübergehende, kurzfristige  und auch stabile Lösungen zu finden / installieren, um Sicherheit  für die Kinder und Jugendlichen zu erlangen.

Kann langfristig das Kindeswohl bei den Sorgeberechtigten auch mit zusätzlicher Unterstützung nicht sichergestellt werden, können wir eine (auch zeitweise) Rückkehr fachlich nicht unterstützen. Dies wird im Rahmen der Hilfeplanung erörtert und offen gelegt (soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird).

Unsere Aufgabe ist es neben unserer fachlichen Einschätzung auch hier, den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen eine Stimme zu verleihen.

Beendigung der Maßnahme

Ziel der Maßnahme ist die Verbesserung der innerfamiliären Kommunikation und Interaktion, damit eine Rückführung der Kinder und Jugendlichen in den Haushalt der Sorgeberechtigten ermöglicht und das dauerhafte Wohl der Kinder und Jugendlichen sichergestellt werden kann.

Sind die in der vorhergehenden Hilfeplanung erklärten Ziele aller Beteiligten ausreichend erfüllt, so kann und wird das Ende der Maßnahme im Austausch mit allen Beteiligten im Rahmen eines Hilfeplangespräches geplant und zeitlich festgelegt.

Stellt sich im Verlauf der Maßnahme durch Überprüfung der Ziele und Vereinbarungen oder auf Wunsch einzelner Beteiligter heraus, dass die Unterbringung in der 7-Tage-Wohngruppe für den Bedarf des Kindes oder Jugendlichen nicht ausreichend zu sein scheint, so wird nach Möglichkeit unter Beteiligung aller nach angemessenen Alternativen und Lösungen gesucht. Dies ist ebenfalls der Fall, wenn eine Rückführung zu den Sorgeberechtigten durch die Sorgeberechtigten selbst oder das Jugendamt als unrealistisch eingestuft wird. Für den Wechsel in eine andere Hilfeform stellen wir eine fachliche Beurteilung unsererseits zur Verfügung.

Ist anstelle der Rückkehr ins familiäre System eine Verselbständigung von Jugendlichen, die über den Rahmen der örtlichen Möglichkeiten hinausgeht gewünscht, kann dies besprochen und in Ausnahmefällen gesondert begleitet werden. Diese neue Zielsetzung muss im Rahmen der Hilfeplanung mit allen Beteiligten erörtert, beschlossen und festgehalten werden.

Soll eine Maßnahme vorzeitig beendet werden (z. B. auf Wunsch der Kindeseltern) bemühen wir uns weiterhin um einen angeregten Austausch und Klärung / Veränderung von Abbruchsgrundlagen mit den Beteiligten. Kann der Abbruch nicht verhindert werden, so setzen wir uns für eine angemessene Verabschiedung des Kindes bzw. Jugendlichen von der Gruppe und dem sozialen Umfeld ein.

Ein Abschlußbericht ist bei jeder Art der Beendigung obligatorisch, ein abschließendes Hilfeplangespräch wird angestrebt.

8.2 Gruppenübergreifende/-ergänzende Leistungen, Gesamteinrichtung

1                Dipl.-Soz.-Päd. (Gesamtleitung, Elternarbeit, Betreuung)

1                Dipl.-Soz.-Päd. (Pädagogische Leitung, Elternarbeit, Einzelförderung, Betreuung)

0,5             Verwaltung

0,5             Hausmeister

Honorar   Psychologe

siehe 8.4

8.3 Maßnahmen und Instrumente zur Qualitätsentwicklung

Die wesentlichen Instrumente der Qualitätsentwicklung und -sicherung sind Beratung und Anleitung des pädagogischen Teams, regelmäßige Supervision sowie einrichtungsinterne und externe Fortbildungen durch anerkannte Fortbildungsträger. Darüber hinaus halten wir Dokumentation und Evaluation für unabdingbar.

Supervision

Das Team erhält 10 Mal im Jahr Supervision durch einen externen qualifizierten Supervisor / systemischen Familientherapeuten (jeweils 2 Stunden). Inhalt der Sitzungen sind in erster Linie Fallbesprechungen und -Beratungen. Weitere Inhalte sind Struktur und Zusammenarbeit des Teams sowie Konzeptentwicklung.

Eine Leitungssupervision erfolgt nach Bedarf.

Dienstbesprechung

Einmal in der Woche findet eine Dienstbesprechung (2 Stunden) aller MitarbeiterInnen des Gruppendienstes unter der Leitung der Gesamtleitung  oder der pädagogischen Leitung statt. Im Einzelnen erfüllt die Dienstbesprechung die Funktionen zum  Informationsabgleich, zur organisatorischen Planung und Koordinierung, zur Reflexion pädagogischer Prozesse, zur Fallvorstellung, zum kollegialen Austausch im Hinblick auf fachliche Fragen und zur Entwicklung der Qualitätskriterien. Für die Fallbesprechungen wird 12 Mal im Jahr eine systemische Familientherapeutin zur Verfügung stehen (jeweils 2 Stunden).

Fortbildung

Den MitarbeiterInnen wird jährlich ein auf den spezifischen Tätigkeitsbereich abgestimmtes Fortbildungsprogramm zur Teilnahme ermöglicht. Jede Fachkraft nimmt mindestens einmal im Jahr an einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung teil. Zu aktuellen Fragestellungen finden einrichtungsintern Fortbildungen statt.

Das gesamte pädagogische Team von „Smile-Kids“ nimmt aktuell und fortlaufend teil an der „bundesweiten Fortbildungsoffensive 2010-2014 des DGfPI zur Stärkung der Handlungsfähigkeit (Prävention und Intervention) von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe zur Verhinderung sexualisierter Gewalt“.

Dokumentation

Von allen Sitzungen des Teams (Fall- und Dienstbesprechungen) werden Protokolle angefertigt, die einen Überblick über die Systematik der Arbeit geben und der Optimierung dienen.

Mindestens einmal im Jahr finden Gespräche zur Förderung von fachlicher, methodischer und persönlicher Kompetenz der MitarbeiterInnen durch die pädagogische Leitung statt. Diese werden ebenfalls protokolliert und neben den Arbeitsverträgen in der jeweiligen Personalakte festgehalten. Außer den Personalakten zählen die Leistungsbeschreibung, die Betriebserlaubnis sowie betriebswirtschaftliche Unterlagen und Auswertungen zur Dokumentation struktureller Merkmale.

Zu jeder Bewohnerin / jedem Bewohner wird eine pädagogische Akte angelegt, in der Verlaufsdokumentationen (halbjährliche Entwicklungsberichte, Kurz- oder Zwischenberichte von Seiten der Einrichtung), Schriftverkehr, Telefon- und Gesprächsprotokolle von Elternberatungen oder Austausch mit anderen Institutionen, Zeugnisse der Kinder / Jugendlichen und amtliche Dokumente, Gutachten sowie eine Dokumentationen ärztlicher Versorgungen verortet sind.

Im Rahmen der Qualitätssicherung setzen wir uns zudem für die Einhaltung von halbjährlichen Hilfeplangesprächen mit allen Beteiligten ein, bei denen die Entwicklung des Kindes / Jugendlichen verdeutlicht und Perspektiven geklärt werden. Das von Seiten des zuständigen Jugendamtes verfasste Protokoll dieses Gespräches mit ggf. neuen Zielvereinbarungen wird ebenfalls in der persönlichen Akte festgehalten.

Evaluation

Die Bewertung, Auswertung und Steuerung der pädagogischen Arbeit geschieht in den Leitungs- und Teambesprechungen, Fachberatungen und in der Supervision. Die Evaluation der Hilfeverläufe erfolgt in Form der schriftlichen Dokumentation, sowie im Hilfeplangespräch.

8.4 Strukturelle Leistungsmerkmale

Personal

Für die Betreuung der Gruppe „Hof Renslage“ steht folgendes Personal zur Verfügung:

0,5             Dipl.-Soz.-Päd.     – gruppenübergreifend – (10%Gesamtleitung, 40% Gruppenleitung)

0,5             Dipl.-Soz.-Päd.     – gruppenübergreifend – (Vertretung)

0,25          Verwaltung           – gruppenübergreifend –

0,25          Hausmeister         – gruppenübergreifend –

1,0             Erzieher (Betreuung)

1,0             Erzieher (Betreuung)

1,0             Erzieher (Betreuung)

1,0             Erzieher (Betreuung)

0,75          Hauswirtschaftskraft   

Honorar   Fachberatung durch Systemische Familientherapeutin

Honorar   Supervision

Honorar   Psychologe

Die Leitung der Einrichtung hat die Dienstaufsicht über das Personal und ist damit allen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen weisungsberechtigt. Sie ist für die Rechnungsbearbeitung, Jahresabschluss und Verhandlungen der Entgeltvereinbarungen unter Mitwirkung eines Steuerberaters zuständig. Weiterhin übernimmt sie u. a. die Leitung von Teamgesprächen, Fallbesprechungen und Hilfeplangesprächen.

Die pädagogische Leitung nimmt an Teamgesprächen, Fallbesprechungen und Hilfeplangesprächen teil und koordiniert die dienstlichen Belange, sowie die  Anleitung und das Coaching des pädagogischen Teams.

Die Gruppenkräfte arbeiten im Schicht- und Wechseldienst. Die Nachtbereitschaft gilt an Werktagen von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr. Die Gruppe ist in den Belegungszeiträumen grundsätzlich mit mindestens einer pädagogischen Kraft besetzt. Werktags und am Wochenende bei Bedarf (da dort die Gruppengröße durch Heimfahrten kleiner sein kann) sind in der Zeit von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr mindestens 2 MitarbeiterInnen tätig.

Einmal im Jahr findet zusätzlich zum Gruppenangebot eine Ferienfreizeit statt.

In den Ferienzeiträumen werden einmal im Jahr für die Kinder und Jugendlichen Projekte angeboten. Diese können und sollen nach Absprache mit den Pädagogen partiell auch von Eltern begleitet werden. Besondere Anschaffungen und die Unterbringung der Eltern im Rahmen der Projektarbeit sind Bestandteil der individuellen Sonderleistungen.

Mitarbeiterqualifikation

Die Hilfe wird ausschließlich durch qualifiziertes pädagogisches Fachpersonal erbracht.

Die MitarbeiterInnen der Einrichtung „Smile-Kids“, Menslage, nahmen an der „Bundesweiten Fortbildungsinitiative 2010-2014“ des DGfPI „…zur Stärkung der Handlungsfähigkeit (Prävention und Intervention) von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe zur Verhinderung sexualisierter Gewalt“ teil.

Die dort erarbeiteten Konzepte, Standards und Kriseninterventionspläne gehören zu den Grundlagen der pädagogischen Arbeit in den Wohngruppen von „Smile-Kids“.

Räumlich

Die 7-Tage-Wohngruppe „Hof Renslage“ verfügt über 6 Plätze. Das gesamte Gebäude ist ein Mietobjekt und ca. 1960 erbaut worden.

Die Wohngruppe verfügt im Obergeschoß über 6 Einzelzimmer, einen Mehrzweckraum und 2 Bäder mit Dusche (ein Bad zusätzlich mit Badewanne), sowie ein Mitarbeiterschlafzimmer mit separatem Bad und WC. Im Erdgeschoß des Hauses befinden sich die „Regieräume“: Küche, Lagerräume, Wohnzimmer, Esszimmer Spielzimmer, Besprechungsraum, Büro, sowie Toilettenräume. Ein gemütlicher Garten hinter dem Haus, ein Wintergarten und die Werkstatt können, neben den räumlichen Gegebenheiten der 5-Tage-Wochengruppe im 5 km entfernten Herbergen, genutzt werden.

Die hauswirtschaftliche Versorgung der Wohngruppe ist vollkommen eigenständig und wird über die Hauswirtschaftskraft sowie die pädagogischen MitarbeiterInnen gewährleistet.

Der 7-Tage-Wohngruppe „Hof Renslage“ stehen ein 7-sitziges Fahrzeug und ein PKW zur Verfügung.

8.5 Sonderaufwendungen im Einzelfall

Folgende Sonderaufwendungen im Einzelfall werden nach dem Individualprinzip

erbracht:

  • Taschengeld
  • Kosten für Familienheimfahrten (anteilig nach Rahmenvertrag)
  • Therapeutische Zusatzleistungen, Diagnostik
  • Außergewöhnliche Vereinsbeiträge und –Ausstattung
  • Starthilfen und die daraus resultierenden Leistungen (z. B. Erstausstattung bei Aufnahme, Erstausstattung bei Beginn einer Ausbildung, Ersteinrichtung der Wohnung)
  • Fahrtkosten zu externen Ärzten, Psychologen und Therapeuten
  • Restkosten für ärztliche und zahnärztliche Therapien

II. Individuelle Sonderleistungen

Darstellung der von der Einrichtung angebotenen individuellen Sonder-leistungen in Abgrenzung zu den Grundleistungen

Der Einsatz von individuellen Sonderleistungen muss mit allen Beteiligten erörtert worden sein und sollte vom örtlichen Träger der Jugendhilfe, den Sorgeberechtigten und der Einrichtung gleichermaßen befürwortet werden. Vor Beginn der Maßnahme ist eine entsprechende Kostenzusage einzuholen.

Folgende individuelle Sonderleistungen können nach Bedarf zeitnah organisiert werden und werden gesondert über Fachleistungsstunden abgerechnet:

  • Zusätzliche präventive Arbeit in Form von Beratungsgesprächen bei auftretenden Krisen in den Herkunftsfamilien zum Erarbeiten von Konfliktlösungsstrategien und Handlungsalternativen
  • Begleitung in die Schule und ggf. im Unterricht
  • Nachhilfeunterricht
  • Spezielle therapeutische Angebote (z. B. Heilpädagogisches Reiten / Voltigieren)
  • Elternberatung durch eine systemische Familientherapeutin
  • Besondere Anschaffungen und die Unterbringung der Eltern im Rahmen der Projektarbeit
  • Begleitung der Familie im häuslichen Rahmen mit Zusatzmethoden zur Stärkung der innerfamiliären Beziehungen im Sinne der Kindeswohlsicherung (Video-Home-Training®, Ambulante Familienhilfe, Elterncoaching nach Haim Omer, etc.)
  • Einrichten einer ambulanten Familienhilfe bei Verbleib weiterer Kinder im elterlichen Haushalt
  • Intensivierung der Elternarbeit über Fachleistungsstunden (insbesondere bei Rückführungen)
  • Ambulante Begleitung der Familie nach erfolgter Rückführung
  • Ambulante Begleitung des Jugendlichen / jungen Volljährigen nach Auszug in eine eigene Wohnung

[1]           „Smile-Kids Menslage GmbH & Co. KG “ im Folgenden mit „Smile-Kids“ abgekürzt.