5-Tage Gruppe

Leistungsangebot

Stand: 08.12.2017

Kurzbeschreibung der Gesamteinrichtung

1. Träger und Name der Einrichtung, Adresse, Tel./Fax/E-Mail/Internet

„Smile-Kids Menslage GmbH & Co. KG“

Ronny Horn

Renslager Str. 1

49637 Menslage / Renslage

fon:                 05437 9479920

fax:                  05437 9479919

e-mail:            info@smile-kids.info

Homepage:   www.smile-kids.info

2. Benennung aller Leistungsangebote im Rahmen der Jugendhilfe, jeweils mit Bezeichnung/Name des Angebotes

  1. „Smile-Kids“ Hof Herbergen: 5-Tage-Wochengruppe
  2. „Smile-Kids“ Hof Renslage: 7-Tage-Wohngruppe

Die Wohngruppen von „Smile-Kids“ sind Einrichtungen der freien Jugendhilfe. Es handelt sich um vollstationäre Einrichtungen, die der Heimaufsicht des Landesjugendamtes Hannover unterliegen. Das örtliche Jugendamt ist der Landkreis Osnabrück. Es gelten die Rahmenverträge auf der Grundlage von § 78 f KJHG in der jeweils gültigen Fassung.

Wir sind Mitglied im VPK (Landesverband privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe in Niedersachsen e. V.).

3. Grundsätzliches Selbstverständnis / Leitbild der Gesamteinrichtung

Grundsätzliches Selbstverständnis

Unser Selbstverständnis gründet sich im Wesentlichen auf den Grundsatz: „Alle Menschen sind gleich“. Jedem sollte das gleiche Maß an Wertschätzung, Achtung und Solidarität entgegengebracht werden. Alle Verhaltensweisen der Menschen sind als Resultat aus Umwelt / Umfeldfaktoren zu verstehen und in Systemen verankert. In unserer Einrichtung soll es den Kindern und Jugendlichen möglich sein, sich zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln, die sich als Teil einer sich ständig ändernden Gesellschaft verstehen.

Wir wollen die Kinder und Jugendlichen auf ihrem momentanen Entwicklungsstand annehmen und mit ihnen an Zukunftsperspektiven arbeiten.

Sie sollen die Möglichkeit bekommen, in einer geschützten und professionellen Atmosphäre, korrigierende Erfahrungen zu machen, sich eigener Ressourcen bewusst zu werden, diese zu nutzen und zu authentischem Handeln zu finden.

Die Arbeit mit den Sorgeberechtigten ist in gleichem Maße von Wertschätzung und Achtung geprägt.

Leitbild

Unser Handeln ist geprägt von einer sozialen, ethischen und humanistischen Grundeinstellung. Hieraus leiten wir für uns eine prinzipiell positive, wertschätzende und akzeptierende Einstellung zum Menschen in seiner Ganzheit ab. Bestandteil dieser Sichtweise sind im Besonderen die jeweiligen Biographien der jungen Menschen, die Arbeit und Reflexion mit der Herkunftsfamilie und dem neuen Lebenssystem in Bezug auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

I. Benennung und Beschreibung des einzelnen Leistungsangebotes

1. Name des Angebotes, Adresse, Tel./Fax/E-Mail/Internet

„Smile-Kids“ Hof Herbergen:  5-Tage-Wochengruppe

Löninger Str. 2

49637 Menslage / Herbergen

fon:                 05437 947419

fax:                  05437 9479700

e-mail:            info@smile-kids.info

Homepage:   www.smile-kids.info

2. Standort des Angebotes

Die 5-Tage-Wochengruppe „Hof Herbergen“ befindet sich im Menslager Ortsteil Herbergen (Landkreis Osnabrück; Samtgemeinde Artland).

Eine Grundschule befindet sich im Ort Menslage und im 5 km entfernten Nachbarort Berge, wo ebenfalls die zuständige Oberschule mit einem einzügigen Haupt- und zum Teil zweizügigem Realschulschulzweig ist. Im ca. 13 km entfernten Quakenbrück finden sich ebenfalls alle Formen der Regelschule, sowie eine Förderschule (mit den Schwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung). In der ca. 15 km entfernten Stadt Fürstenau ist das schulische Angebot einer „IGS“ (Integrierte Gesamtschule) als Ganztagsschule vorhanden.

Alle Schulen sind  mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.

Die zuständige „Förderschule mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung“ befindet sich in Osnabrück.

Gegenstände des täglichen Bedarfs können direkt im Ort Menslage erstanden werden. Mehrere Discounter, Supermärkte und weitere Einkaufsmöglichkeiten finden sich in den jeweils 8 bzw. 10 km entfernten Städten Löningen und Quakenbrück.

Die ärztliche Versorgung ist durch einen ortsansässigen Allgemeinmediziner, eine Zahnarztpraxis und eine Apotheke abgedeckt; weiterführende Spezialisten und Krankenhäuser befinden sich jeweils in Löningen und Quakenbrück.

Zur Freizeitgestaltung bietet das Hasetal vielfältige Möglichkeiten für alle Altersklassen. Einige sind exemplarisch von der „Hasetal-Touristik-GmbH“ veröffentlicht, mit der wir zum Teil kooperieren (z. B. Draisinenfahrten, Paddel- und Radtouren, Zeltlager, Kletterpark, etc.). Neben diesen offenen Freizeitangeboten findet sich in Menslage eine bestehende Vereinsstruktur (z. B. Feuerwehr, Fußball), in die unsere Kinder und Jugendlichen integriert werden können. In und um Menslage besteht die Möglichkeit zum Reiten und für Reitunterricht, sowie zum Besuch einer Alpaka- und einer Kamelfarm. Wir kooperieren mit einer nahe gelegenen Keramikwerkstatt und mit ein paar Bauernhöfen, auf denen die Kinder und Jugendlichen (auch zum Helfen) gern gesehen sind. Für die Bewegung im Freien eignet sich der ländliche Raum im Allgemeinen. Im Besonderen sei hierfür aber auch der öffentliche Sportplatz und die Skateranlage benannt.

Neben den Freizeitangeboten in Menslage selbst, bieten auch die nahe gelegenen Städte, Löningen und Quakenbrück, vielfältige Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche. So gibt es in Quakenbrück außer den gängigen Sportvereinen beispielsweise eine Theaterwerkstatt, ein Jugendzentrum, den THW und den DLRG. In Löningen finden sich außerdem ein Frauenfußballverein und die Pfadfinder. In beiden Städten gibt es Schwimmbäder (Hallen- und Freibäder) und ein Kino.

Über diese öffentlichen Angebote hinaus können die Werkstätten, die Spielhalle und die Kreativräume auf dem Gelände, sowie das Freigelände der Einrichtung selbst (zum Skaten, Radfahren, Kettcarfahren, für Wasserspiele, etc.) genutzt werden.

3. Rechtsgrundlage für die Aufnahme nach SGB VIII

Rechtsgrundlage sind die §§ 27, 34 und 41 SGB VIII.

Die 5-Tage-Wochengruppe „Hof Herbergen“ von „Smile–Kids“, ist ein vollstationäres Angebot der Kinder- und Jugendhilfe. Sie ermöglicht die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen an Schultagen des Landes Niedersachsen. Durch ein familienanaloges Arbeiten soll eine gute Kopplung mit der Herkunftsfamilie möglich werden. Schwerpunkte der Arbeit sind die Stabilisierung und Förderung der Kinder und Jugendlichen und die Arbeit mit den Sorgeberechtigten. Aufgrund des konzeptionellen Ansatzes der Rückführung in die Familie wird von uns ein hohes Maß an Bereitschaft zur Mitarbeit seitens der Sorgeberechtigten vorausgesetzt.

Die familiären Umstände müssen es ermöglichen, dass die Kinder und Jugendlichen außerhalb der Schulzeiten in den Familien versorgt werden können, damit sie die sozialen Kontakte im bisherigen Wohnumfeld weiterhin pflegen können und eine gegebenenfalls schon erfolgte Integration nicht abreißt.

Durch dieses zeitlich begrenzte stationäre Angebot wird es den Familien ermöglicht, Entlastung innerhalb der Woche zu erfahren und gleichzeitig aktiv an einer häuslichen Situation zu arbeiten, die einen dauerhaften Verbleib der Kinder und Jugendlichen im elterlichen Haushalt ermöglicht.

4. Personenkreis / Zielgruppe

Die 5-Tage-Wochengruppe ist geeignet für weibliche und männliche Personen im Alter von 6 bis 21 Jahren, deren Erziehung und Entwicklung im bisherigen Umfeld nicht sichergestellt sind und deren Personensorgeberechtigte Anspruch auf eine Erziehungshilfe gem. § 27 SGB VIII haben oder die selbst anspruchsberechtigt nach §41 SGB VIII sind. Zielgruppe dieses Betreuungsangebotes sind Kinder/Jugendliche gem. § 7 SGB VIII, welche Entwicklungsauffälligkeiten / -verzögerungen, Verhaltens- und emotionale Störungen, reaktiven Störungen (z. B. aufgrund familiärer Belastungen) und / oder Verzögerungen im Bereich der Intelligenz, dem Lern-, Sozial-, Arbeits- und Leistungsverhalten aufweisen und die mit ambulanten oder teilstationären Hilfeformen nicht ausreichend gefördert oder geschützt werden können.

Das Aufnahmealter liegt zwischen 6 und 16 Jahren.

Grundlage für das Wohnen in der 5-Tage-Wochengruppe ist der Besuch einer Schule, Angliederung an Maßnahmen zum Schulersatz bzw. das Absolvieren einer Ausbildung und eine mittelfristige Reintegration in ihre Herkunftsfamilie (ggf. Pflegefamilie).

Der Aufnahme geht ein Vorstellungsgespräch voraus. Bei Bedarf werden bereits im Aufnahmeverfahren externe Fachdienste und Institutionen (z. B. Kinder- und Jugendpsychiatrie) hinzugezogen.

Vorrangig werden Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Osnabrück und den angrenzenden Landkreisen aufgenommen. In Einzelfällen finden auch Kinder und Jugendliche aus anderen Bereichen Aufnahme.

Eine räumliche Entfernung von maximal einer Autostunde zwischen Elternhaus und Einrichtung sollte nicht überschritten werden, um intensive Elternarbeit gewährleisten zu können.

Aufnahmekriterien:

  • Bereitschaft der Eltern und Kinder / Jugendlichen zu einer intensiven Zusammenarbeit
  • In den Ferienzeiten, an den Wochenenden und an anderen schulfreien Tagen des Landes Niedersachsen muss die Versorgung und Betreuung der Kinder / Jugendlichen in der Familie gewährleistet sein.
  • Es muss realistisch sein, dass nach einer im Hilfeplan festgeschriebenen Zeitspanne, eine Rückführung zu den Sorgeberechtigten in Betracht gezogen werden kann.

Ausschlusskriterien

Durch ausschließende Kriterien möchten wir einerseits die fachlichen Grenzen unseres Leistungsangebotes verdeutlichen, andererseits achten wir im Hinblick auf die Zusammensetzung der Wohngruppe auch darauf, dass Schutz- und Entwicklungsräume ermöglicht und gleichzeitig drohende Entwicklungshemmnisse oder gar Retraumatisierungen präventiv verhindert werden können – z. B. bei gewalterfahrenen jungen Menschen (u. a. im sexuellen Kontext).

Wir verstehen uns daher i. d. R. nicht bzw. nur in Ausnahmefällen als geeignete Einrichtung für junge Menschen, die aufgrund

  • akuter oder latenter Suizidproblematik
  • akuter und manifester Alkohol- und/oder Drogenabhängigkeit
  • sexuell übergriffigem Verhalten
  • akuter Hochdelinquenz und/oder übermäßiger Gewaltbereitschaft
  • schwerwiegender psychotischer Störungen
  • körperlicher oder geistiger Behinderung

einer stationären Hilfe (ggf. mit therapeutischer Intensivbehandlung) bedürfen.

5. Platzzahl des gesamten Angebotes mit Trennung nach den Gruppen eines Leistungsangebotes

Es stehen maximal 6 Plätze zu Verfügung.

6. Allgemeine mit der Leistung verbundene Ziele

Mit unserer Arbeit in der 5-Tage-Wochengruppe „Smile-Kids“ möchten wir allen Beteiligten helfen, eigene Ressourcen zu erkennen und zu mobilisieren, um einen dauerhaften Verbleib der Kinder und Jugendlichen bei den Sorgeberechtigten zu gewährleisten, d. h. eine Rückführung in den elterlichen Haushalt zu ermöglichen.

7. Fachliche Ausrichtung der Leistung und angewandte Methodik

Pädagogischer Ansatz

Wir leisten für die uns anvertrauten jungen Menschen eine fachlich kompetente und engagierte partizipatorische Begleitung.

Das konkrete pädagogische Handeln in der 5-Tage-Wochengruppe orientiert sich an verhaltenstherapeutischen und systemischen Ansätzen. Dabei wird davon ausgegangen, dass verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche ihre Grundanliegen oft mit sozial unangemessenen Mitteln verfolgen. Diese stellen für andere Menschen oft ein Problem dar. Für das Kind hingegen sind dieses nicht Probleme, sondern Lösungen, wenn auch so genannte „Scheinlösungen“. Unsere Pädagogik soll dazu dienen, positive und sozial förderliche Bedingungen zu gestalten, damit ein Kind bzw. Jugendlicher lernen kann, seine Anliegen legal und sozial angemessen zu realisieren.

Obwohl die Kinder und Jugendlichen innerhalb der Woche in der Einrichtung leben, bleibt die Erziehungsverantwortung der Eltern an den Wochenenden und in den Ferien erhalten. Professionelle Begleitung der Kinder und Jugendlichen ist in den meist konfliktreicheren Zeiten (z. B. Schulbesuch, wöchentlicher Alltag) angesiedelt.

Ein enger Austausch von gemachten Erfahrungen, deren Reflektion und kritische Betrachtung zwischen den Pädagogen und den Sorgeberechtigten dient dem Abstimmen gemeinsamer Ziele und deren Umsetzung.

Pädagogische Zielsetzung

Vor dem Hintergrund des pädagogischen Ansatzes, ist es unser Ziel, das Kind oder den Jugendlichen in die Herkunfts- oder Pflegefamilie rückzuführen und den Verbleib im familiären Bezugssystem zu sichern. Kann die Erziehung des Kindes / Jugendlichen und / oder die Sicherstellung der Betreuung (außerhalb der Schulzeiten des Landes Niedersachsen), d. h. die Sicherung des Kindeswohls innerfamiliär nicht gewährleistet werden, so steht dies im Gegensatz zu einer angestrebten Rückführung und das veränderte Ziel lautet: geeignete Alternativen für die Zukunft des jeweiligen Kindes / Jugendlichen zu entwickeln, zu begleiten und ggf. umzusetzen.

Schwerpunkte der Elternarbeit

  • Erhaltung und Förderung der Erziehungsverantwortung der Sorgeberechtigten gegenüber den Kindern und Jugendlichen
  • Erarbeitung eines gemeinsamen Erziehungsprozesses
  • Biographisches Aufarbeiten des familiären Kontextes (Genogrammarbeit)
  • Wahrnehmen und Fördern von systemischen Ressourcen

Schwerpunkte der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen

  • Förderung einer dem Alter entsprechenden ganzheitlichen Eigen- und Fremdwahrnehmung
  • Unterstützung und Förderung beim Erreichen von schulischen Zielen
  • Wahrnehmung und Förderung eigener Ressourcen
  • Stärkung eines positiven Selbstbildes
  • Soziale Integration in bestehende Gruppenformen
  • Biographiearbeit („Lebensbuch“)

Methodische Grundlagen

Von primärer Bedeutung für unsere Arbeit ist Kontinuität, Zuverlässigkeit und Beziehung in der Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen und deren Sorgeberechtigten. Unsere Arbeit basiert auf systemischen und lösungsorientierten Ansätzen. Das Entdecken und Nutzen von Ressourcen bei den Kindern und Jugendlichen als auch bei den Sorgeberechtigten ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

Durch spezielle handwerkliche Angebote soll dieser Vorgang bei den Kindern und Jugendlichen unterstützt werden. Das gemeinsame Handeln und Tun ist dabei ein treibender Motor und hilft, Entwicklungsprozesse positiv zu beeinflussen.

Ein strukturierter Tagesablauf unter Einbindung von immer wiederkehrenden Ritualen soll ein gemeinsames Leben und Erleben ermöglichen, welche die Basis für eine vertrauensvolle, einschätzbare und eine gegenseitig akzeptierende Beziehung bilden.

Eine Mischung aus dem Schaffen von Freiräumen und dem Setzen von Grenzen ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen sich frei zu entwickeln und eigene Erfahrungen zu machen und dabei Orientierung und Sicherheit zu erhalten.

Erlebnispädagogische Angebote, wie z.B Klettern oder Floßfahren, sollen es den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, an ihre Grenzen zu gelangen, „Gruppe“ zu erleben, Vertrauen aufzubauen, Hilfe zuzulassen und Konfliktlösungsstrategien zu erlernen.

Durch Sport / Spiel, sowie eine den Jahreszeiten angemessene und gesunde Ernährung, wird ein positives Körpergefühl entwickelt und ein Umgang mit heimischen Ressourcen erlernt.

Die methodischen Grundlagen lassen sich aus den lerntheoretisch orientierten und systemischen Ansätzen ableiten. Dazu gehört u. a.:

  • die kontinuierliche positive Verstärkung auch von kleineren persönlichen Fortschritten
  • wertschätzendes Verhalten
  • die Suche und Bewusstmachung von selbstwertdienlichen Kognitionen bzw. Gedanken
  • die Erarbeitung förderlicher sozialer Fertigkeiten im Rollenspiel und des Transfers auf verschiedene Lebensbereiche
  • Einüben von Selbstkontrolle
  • Aktives Zuhören bei besonderen Problemen
  • Ausgewogenes Verhältnis von Alltagsstruktur und freien Entfaltungsmöglichkeiten
  • Analyse systemischer Zusammenhänge
  • Gruppendynamische Prozesse
  • Arbeit mit Video und Foto zur Förderung und Überprüfung von Selbst- und Fremdwahrnehmung

In der Elternarbeit liegt die Gewichtung bei systemisch orientierten Beratungsgesprächen und möglichen Hospitationen der Eltern. In Absprache mit dem Leistungsträger kann die Methode des Video-Home-Training® in und mit der Herkunftsfamilie als Zusatzleistung mit dem Ziel der Verbesserung innerfamiliärer Beziehungen angeboten werden. Dies empfehlen wir gesondert im Rahmen einer möglichen Rückführungsvorbereitung.

8. Grundleistungen

Zu den Grundleistungen der Unterkunft, Verpflegung und Hauswirtschaft zählen:

  • Zur Verfügung stellen von Wohn- und Schlafräumen
  • Einkauf und Zubereitung von Mahlzeiten (Speisenversorgung)
  • Reinigung der gemeinschaftlich genutzten Sanitär- und Wohnräume
  • Kleidungspflege, Wäscheversorgung
  • Grundreinigung (bei Auszug / Umzug eines jungen Menschen)
  • Haustechnische Leistungen (Instandhaltung, Sicherheitsunterweisungen, Renovierungsarbeiten etc.)

Die im Folgenden beschriebenen Leistungen sind Standardleistungen und kommen grundsätzlich allen Kindern und Jugendlichen bzw. deren Sorgeberechtigten zugute.

8.1 Gruppenbezogene Leistungen

Aufnahmeverfahren / Hilfe- und Erziehungsplanung

  • Kennen lernen der 5-Tage-Wochengruppe durch Informationsgespräche und Gruppenbesichtigung / -Besuch
  • Intensive Aufklärung der Sorgeberechtigten vor der Aufnahme der Kinder und Jugendlichen über Ziele, Regeln und inhaltliche Gestaltung der Arbeit und Verpflichtung zur Zusammenarbeit
  • Aufnahme des Kindes oder des Jugendlichen in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt, dem Kind/Jugendlichen und den Sorgeberechtigten auf Basis der Hilfeplanung laut §36 SGB VIII
  • schriftlicher Vertrag über Aufträge und Ziele aller Beteiligten

Der Hilfeplan stellt die Grundlage für unsere Arbeit dar. Die Einrichtung erstellt für das jeweilige Hilfeplangespräch nach § 36 KJHG einen schriftlichen Kurzbericht, aus dem Aussagen über die Entwicklung des Kindes bzw. des Jugendlichen zu entnehmen sind. In Absprache mit dem örtlichen Träger der Jugendhilfe werden alle Betroffenen zum vereinbarten Termin des Hilfeplangespräches eingeladen. Dabei wird das betreffende Kind bzw. der betreffende Jugendliche einbezogen.

Alltagsgestaltung

Die grundsätzliche Betreuung der Kinder und Jugendlichen beginnt an Montagen ab 10 Uhr und endet an Freitagen mit der Abholung der Kinder und Jugendlichen spätestens um 17.00 Uhr.

Tagesablauf:

05:00 Uhr – 08:15 Uhr        Wecken, Aufstehen, Frühstücken, Erstellen der Tagesverpflegung, zur Schule gehen (ggf. Begleitung auf dem Schulweg)

08:15 Uhr – 9:00 Uhr          Vernetzungsarbeit mit Eltern, Behörden, Therapeuten und anderen Institutionen; Dokumentation der Arbeit

12:00 Uhr – 14:00 Uhr        Rückkehr der Kinder aus der Schule, Einzelkontakte, Hilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, ggf. Hausaufgabenzeit

14:00 Uhr – 14:30 Uhr        Gemeinsames Mittagessen, Befindlichkeitsrunde, Tischdienst

14:30 Uhr – 15:00 Uhr        Ruhephase

15:00 Uhr – 16:00 Uhr        Hausaufgabenzeit, Lernzeit

16:00 Uhr – 19:00 Uhr        Planung des Nachmittages, individuelle Förderangebote, Therapien, Gruppenangebote, Schul- und Freizeit-AG´s, Freunde treffen, Einkaufen, Zimmerreinigung, hauswirtschaftliche Dienste und Aufgaben, Telefonkontakte zur Herkunftsfamilie

19:00 Uhr – 19:45 Uhr        Gemeinsames Abendessen, Planung des Abends (altersabhängig), Tischdienst

19:45 Uhr – 23:00 Uhr        Abendgestaltung, wöchentlich Kinderteam, besondere Gruppenangebote, Einzelkontakte

23:00 Uhr – 05:00 Uhr        Nachtbereitschaft

Förderung der Persönlichkeitsentwicklung

  • Betreuung an allen Schultagen des Landes Niedersachsen (bei schulfreien Tagen aufgrund von Unterrichtsausfall ist eine Betreuung gewährleistet)
  • (Neu-)Strukturierung des Alltages
  • Individuelle (Ziel-) Förderung
  • Aufarbeitung der eigenen Biografie
  • Lösungsorientierte Auseinandersetzung mit den Problematiken in der Herkunftsfamilie
  • Unterstützung zum intensiven Kontakt zur Herkunftsfamilie
  • Planung und Reflexion von Heimfahrten
  • Planung und Durchführung von Aktionen, die das Sozialverhalten fördern, das Selbstwertgefühl steigern, Entwicklungsrückstände aufarbeiten, Ressourcen stärken, lebenspraktische Fähigkeiten vermitteln und einüben, und zu einer, dem alter entsprechenden eigenständigen Lebensführung hinführen (speziell durch handwerkliche und freizeit- und erlebnispädagogische Angebote)
  • Abbau und Vermeidung von negativen Karrieren (Delinquenz, Sucht, etc.)
  • Unterstützung und Förderung in schulischen Angelegenheiten (Hausaufgabenhilfe, Lernhilfe) (Nachhilfe ist ggf. möglich, Bestandteil der individuellen Sonderleistungen)
  • Förderung der schulischen Integration
  • soziale Integration im Gemeinwesen nach Interesse
  • Erhalt und Entwicklung wichtiger und förderlicher sozialer Bezüge außerhalb der Familie (Freundschaften, Beziehungen, etc.)
  • Teilnahme an jährlich einer einwöchigen Ferienfahrt
  • Teilnahme an jährlich einem einwöchigen, themenspezifischen Ferienprojekt
  • Vorzeitige Betreuung und Reintegration in den Gruppenalltag nach den Sommer-, Herbst- und Weihnachtsferien zwei Tage vor Ferienende
  • Vorbereitung entweder auf die Rückführung ins Herkunftssystem oder auf alternative Hilfen zur Sicherung des Kindeswohls

Neben der Sicherheit und Orientierung durch Struktur, Grenzsetzung, Beziehungsangebote und Freiräume legen wir besonderen Wert auf bewegungsintensive, handwerkliche und ressourcenorientierte Angebote.
Die Kinder und Jugendlichen können eine Halle als Kreativwerkstatt für großflächige Farb- und Malprojekte nutzen. Eine weitere Halle dient als Holzwerkstatt, in der die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit Holz und Werkzeugen erlernen und verschiedene Geschenke, Dekorationsartikel oder Spielgeräte für das Freigelände erstellen können. Halle 3 beherbergt eine Metallwerkstatt. Hier soll das Bauen, Gestalten und Warten einrichtungseigener Fahrzeuge (z. B. Fahrräder, Kettcar) im Mittelpunkt stehen. Die Kinder lernen, wie sie ihre Fahrräder instand setzen und verkehrssicher halten können; wer kein eigenes Fahrrad hat, erhält die Möglichkeit, aus Ersatzteilen ein neues Rad zusammenzustellen. Außerdem wird die Reparatur von eigenen Gegenständen unter dem Motto „Aus alt mach neu“ angeleitet, sowie auch hier Geschenke und Dekorationsartikel hergestellt. Eine weitere Halle können die Kinder und Jugendlichen als Indoorspielplatz nutzen, mit u. a. den Möglichkeiten zum Volleyball-, Tischtennis- und Kickerspielen, einem Gocartparcour oder einem Sandkasten.

Vernetzung

  • Regelmäßige Überprüfung des „Ist-Standes“ im Bezug auf die Hilfeplanung und Rückmeldung an das zuständige Jugendamt, ggf. Veränderung der Vereinbarungen
  • Regelmäßige Kontakte zu den Schulen und anderen Institutionen bzw. Therapeuten
  • Fortlaufende Kommunikation mit den Sorgeberechtigten
  • Kooperation mit der zweiten Wohngruppe von „Smile–Kids“ Menslage: „Hof Renslage“

Gesundheitliche Vorsorge und medizinische Betreuung

Diese wird in Absprache und enger Kooperation mit den Sorgeberechtigten gewährleistet.

Psychologischer Dienst

Der Psychologe arbeitet einzeln oder in Gruppen mit den Kindern und Jugendlichen und unterstützt so die Arbeit der pädagogischen MitarbeiterInnen der Einrichtung.

Neben den psychologischen Beratungen für die Jugendlichen steht der Psychologische Dienst auch den Teams der Einrichtung (z.B. für Fallbesprechungen oder Hilfeplanungen, die die Einbeziehung psychologischer Sichtweisen einfordern) zur Verfügung.

Schwerpunktmäßig findet dies in folgenden Bereichen statt:

  • psychologische Beratung
  • Gruppengespräche
  • Krisenmanagement
  • Elternarbeit, Elterncoaching
  • Interne Fortbildung
  • Teamcoaching

Art und Umfang der Familienarbeit

  • Einbindung der Sorgeberechtigten in die Hilfeplanung (Auftragserfassung, Zielentwicklung)
  • Erhaltung und Förderung der Verantwortung der Sorgeberechtigten gegenüber den Kindern und Jugendlichen
  • Herstellung eines gemeinsamen Erziehungsprozesses durch weitreichende und verbindliche Beteiligung und Einbindung der Sorgeberechtigten
  • Lösungsorientierte Auseinandersetzung mit den Problematiken in der Herkunftsfamilie
  • Möglichkeit der Hospitation im Gruppenalltag
  • Begleitende Teilnahme an Projekten und Festen
  • Stärkung des Familiensystems
  • Stärkung der Eltern zu einer selbstständigen, eigenverantwortlichen Erziehung
  • Rückführung der Kinder und Jugendlichen bzw. Erarbeiten alternativer, kindeswohlsichernder Maßnahmen

Diese Zielsetzungen sollen auf der einen Seite durch wöchentlich stattfindende Telefonate der Mitarbeiter/innen mit den Sorgeberechtigten erarbeitet werden. Hierbei sollen die Planung und Reflektion der Heimfahrten der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Auf der anderen Seite soll mit den Sorgeberechtigten in Form von (wenigstens einmal im Monat stattfindenden) systemisch orientierten Beratungsgesprächen durch die in der Einrichtung arbeitenden Pädagogen, an der Rückführung der Kinder und Jugendlichen gearbeitet werden.
Ca. alle 3 Monate soll die Beratung im häuslichen Umfeld der Familie stattfinden. Das Erkennen und Nutzen von systeminternen Ressourcen ist dabei wichtiger Bestandteil. Außerdem ist es wichtig, die positiven Aspekte des familiären Umfeldes und der dort anzutreffenden sozialen Kontakte zu erhalten und zu fördern.
Gegebenenfalls kann die Beratung durch eine systemische Familientherapeutin begleitet / ergänzt werden. Dies ist Bestandteil der individuellen Sonderleistungen. In Absprache mit dem Leistungsträger kann die Methode des Video-Home-Training® in und mit der Herkunftsfamilie als Zusatzleistung mit dem Ziel der Verbesserung innerfamiliärer Beziehungen angeboten werden. Dies empfehlen wir gesondert im Rahmen einer möglichen Rückführungsvorbereitung.

Beteiligung der jungen Menschen

Gruppe

  • regelmäßige Gruppenbesprechungen „Großes Kinderteam“ (mind. 3wöchig) bietet Raum für: Themen der Kinder; Befindlichkeit äußern; Kinderteam-Briefkasten-Leerung; anonyme oder personalisierte Behandlung eingereichter Themen; Erarbeitung gruppenbezogener Themen nach Aktualität / Anlass; Präventions- und Aufklärungsarbeit; Freizeitplanung; Gruppenregeln und Umgang miteinander (erstellen, überarbeiten, reflektieren); u. s. w.
    • regelmäßige Gruppenbesprechungen „Kleines Kinderteam“ (wöchentlich)  bietet Raum für: Themen der Kinder; Befindlichkeit nach dem WE / in der Gruppe äußern; persönliche Ziele besprechen; Wünsche anmelden; aktuelle Themen bearbeiten; u. s. w.
    • Mitwirkung zur Gestaltung des Gruppengeschehens (Gestaltung der Einrichtung; Umgang mit Haus- und Gruppenregeln)
    • Gesprächsrunde am Mittagstisch (Befindlichkeiten)
    • Gesprächsrunde am Kaffeetisch (Besprechung der Tagesplanung, Einbringen eigener Wünsche und Ideen)
    • Spezielle (zusätzliche) „Kinderteams“ zu aktuellen Themen innerhalb der Gruppe oder im sozialen Verbund (des Einzelnen oder personenübergreifend)
    • Kinderteam-Briefkasten (an neutralem, leicht zugänglichen Ort; Themen, Beschwerden, Wünsche können anonymisiert eingereicht werden)
    • Wahl des „Kindersprechers“ (roulierendes Amt) und Vergabe anderer „Ämter“ im Rahmen der Kinderteam

Junger Mensch

  • Zielgespräche (monatlich)
    • Einzelförderung (mind. 14tägig) (zielorientierte Arbeit mit den Kindern/Jugendlichen an akuten Fragestellungen und intensive Arbeit an den in der Hilfeplanung festgeschriebenen Zielen durch Einzelkontakte)
    • Mitwirkung zur Gestaltung der Privatsphäre (Gestaltung des Zimmers; Erarbeitung von persönlichen Verstärkerplänen)
    • Mitwirkung an Verlaufsdokumentationen und Tischvorlagen (altersentsprechend)
    • Vorbereitung und Planung von Hilfeplangesprächen (altersentsprechend)
    • Befragungen zur Zufriedenheit / Selbsteinschätzung
    • Ermöglichung der Kontaktaufnahme zu den zuständigen Sachbearbeitern der Jugendämter bzw. externer Ansprechpartner im Krisen- / Notfall durch Information an die Kinder und Jugendlichen, Bereitstellung der Kontaktdaten (persönlich und an neutralem Ort innerhalb der Einrichtung), Motivation und ggf. Begleitung und Unterstützung durch die Pädagogen

Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII

Die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in unserer 5-Tage-Wochengruppe setzt voraus, dass das Wohl dieser Kinder und Jugendlichen im Haushalt ihrer Sorgeberechtigten an den schulfreien Tagen ausnahmslos sichergestellt ist.

Um dem Schutzauftrag auch in unserer Einrichtung gerecht zu werden, dokumentieren wir detailliert schriftlich (Telefonate, Aussagen, Beratungen, etc.) und fotografisch (bei körperlichen Spuren). Wir geben spätestens ab Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte eine Gefährdungseinschätzung unsererseits an die zuständigen SachbearbeiterInnen des jeweiligen Jugendamtes weiter. Zudem fördern wir den permanenten Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird (z. B. bei Verdacht von sexueller Gewalt durch Sorgeberechtigte). Wir kooperieren mit dem „Dt. Kinderschutzbund e. V.“ in Osnabrück, sowie mit den Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten vor Ort. Im Rahmen der „Bundesweiten Fortbildungsinitiative 2010-2014“ haben wir mit allen MitarbeiterInnen verschiedene für unsere Einrichtung gültige Kriseninterventionspläne erstellt.

In akuten Krisensituationen sind wir bemüht, gemeinsam mit allen Beteiligten vorübergehende, kurzfristige Lösungen zu finden / installieren, um Sicherheit  für die Kinder und Jugendlichen zu erlangen bzw. wiederherzustellen.

Kann langfristig das Kindeswohl bei den Sorgeberechtigten auch mit zusätzlicher Unterstützung / Entlastung bei den Sorgeberechtigten nicht sichergestellt werden, können wir eine (auch zeitweise) Rückkehr (an schulfreien Tagen) fachlich nicht unterstützen und es muss mit allen Beteiligten eine andere Unterbringungsform gesucht und gefunden werden. Unsere Aufgabe ist es neben unserer fachlichen Einschätzung auch hier, den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen eine Stimme zu verleihen.

Beendigung der Maßnahme

Ziel der Maßnahme ist die Verbesserung der innerfamiliären Kommunikation und Interaktion, damit eine Rückführung der Kinder und Jugendlichen in den Haushalt der Sorgeberechtigten ermöglicht und das dauerhafte Wohl der Kinder und Jugendlichen sichergestellt werden kann.

Eine ggf. gewünschte Verselbständigung von Jugendlichen kann in Ausnahmefällen besprochen und gesondert begleitet werden. Diese neue Zielsetzung muss im Rahmen der Hilfeplanung mit allen Beteiligten erörtert, beschlossen und festgehalten werden.

Sind die in der vorhergehenden Hilfeplanung erklärten Ziele aller Beteiligten ausreichend erfüllt, so kann und wird das Ende der Maßnahme im Austausch mit allen Beteiligten im Rahmen eines Hilfeplangespräches geplant und zeitlich festgelegt.

Stellt sich im Verlauf der Maßnahme durch Überprüfung der Ziele und Vereinbarungen oder auf Wunsch einzelner Beteiligter heraus, dass die Unterbringung in der 5-Tage-Wochengruppe für den Bedarf des Kindes oder Jugendlichen nicht ausreichend zu sein scheint, so wird nach Möglichkeit unter Beteiligung aller nach angemessenen Alternativen und Lösungen gesucht. Dies ist ebenfalls der Fall, wenn eine Rückführung zu den Sorgeberechtigten durch die Sorgeberechtigten selbst oder das Jugendamt als unrealistisch eingestuft wird. Für den Wechsel in eine andere Hilfeform stellen wir eine fachliche Beurteilung unsererseits zur Verfügung.

Soll eine Maßnahme vorzeitig beendet werden (z. B. auf Wunsch der Kindeseltern) bemühen wir uns weiterhin um einen angeregten Austausch und Klärung / Veränderung von Abbruchsgrundlagen mit den Beteiligten. Kann der Abbruch nicht verhindert werden, so setzen wir uns für eine angemessene Verabschiedung des Kindes bzw. Jugendlichen von der Gruppe und dem sozialen Umfeld ein.

Ein Abschlußbericht ist bei jeder Art der Beendigung obligatorisch, ein abschließendes Hilfeplangespräch wird angestrebt.

8.2 Gruppenübergreifende/-ergänzende Leistungen, Gesamteinrichtung

1                Dipl.-Soz.-Päd. (Gesamtleitung, Elternarbeit, Betreuung)

1                Dipl.-Soz.-Päd. (Pädagogische Leitung, Elternarbeit, Einzelförderung, Betreuung)

0,5             Verwaltung

0,5             Hausmeister

Honorar   Psychologe

siehe 8.4

8.3 Maßnahmen und Instrumente zur Qualitätsentwicklung

Die wesentlichen Instrumente der Qualitätsentwicklung und -sicherung sind Beratung und Anleitung des pädagogischen Teams, regelmäßige Supervision sowie einrichtungsinterne und externe Fortbildungen durch anerkannte Fortbildungsträger. Darüber hinaus halten wir Dokumentation und Evaluation für unabdingbar.

Supervision

Das Team erhält 10 Mal im Jahr Supervision durch einen externen qualifizierten Supervisor / systemischen Familientherapeuten (jeweils 2 Stunden). Inhalt der Sitzungen sind in erster Linie Fallbesprechungen und -Beratungen. Weitere Inhalte sind Struktur und Zusammenarbeit des Teams sowie Konzeptentwicklung.

Eine Leitungssupervision erfolgt nach Bedarf.

Dienstbesprechung

Einmal in der Woche findet eine Dienstbesprechung aller MitarbeiterInnen des Gruppendienstes (2 Stunden) statt. Diese Zeit teilt sich in 1 Stunden Fallbesprechungen und 1 Stunde für dienstliche Angelegenheiten. Im Einzelnen erfüllt die Teambesprechung die Funktionen zum  Informationsabgleich, zur organisatorischen Planung und Koordinierung, zur Reflexion pädagogischer Prozesse, zur Fallvorstellung, zum kollegialen Austausch im Hinblick auf fachliche Fragen und zur Entwicklung der Qualitätskriterien. Für die Fallbesprechungen wird 12 Mal im Jahr eine systemische Familientherapeutin zur Verfügung stehen (jeweils 2 Stunden).

Fortbildung

Den MitarbeiterInnen wird jährlich ein auf den spezifischen Tätigkeitsbereich abgestimmtes Fortbildungsprogramm zur Teilnahme ermöglicht. Jede Fachkraft nimmt mindestens einmal im Jahr an einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung teil. Zu aktuellen Fragestellungen finden einrichtungsintern Fortbildungen statt.

Das gesamte pädagogische Team von „Smile-Kids“ nimmt aktuell und fortlaufend teil an der bundesweiten Fortbildungsoffensive 2010-2014 des DGfPI zur Stärkung der Handlungsfähigkeit (Prävention und Intervention) von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe zur Verhinderung sexualisierter Gewalt.

Dokumentation

Von allen Sitzungen des Teams (Fall- und Dienstbesprechungen) werden Protokolle angefertigt, die einen Überblick über die Systematik der Arbeit geben und der Optimierung dienen.

Mindestens einmal im Jahr finden Gespräche zur Förderung von fachlicher, methodischer und persönlicher Kompetenz der MitarbeiterInnen durch die pädagogische Leitung statt. Diese werden ebenfalls protokolliert und neben den Arbeitsverträgen in der jeweiligen Personalakte festgehalten. Außer den Personalakten zählen die Leistungsbeschreibung, die Betriebserlaubnis sowie betriebswirtschaftliche Unterlagen und Auswertungen zur Dokumentation struktureller Merkmale.

Zu jeder Bewohnerin / jedem Bewohner wird eine pädagogische Akte angelegt, in der Verlaufsdokumentationen (halbjährliche Entwicklungsberichte, Kurz- oder Zwischenberichte von Seiten der Einrichtung), Schriftverkehr, Telefon- und Gesprächsprotokolle von Elternberatungen oder Austausch mit anderen Institutionen, Zeugnisse der Kinder / Jugendlichen und amtliche Dokumente, Gutachten sowie eine Dokumentationen ärztlicher Versorgungen verortet sind.

Im Rahmen der Qualitätssicherung setzen wir uns zudem für die Einhaltung von halbjährlichen Hilfeplangesprächen mit allen Beteiligten ein, bei denen die Entwicklung des Kindes / Jugendlichen verdeutlicht und Perspektiven geklärt werden. Die Grundlage hierfür stellt ein Entwicklungsbericht der Einrichtung dar, die dem zuständigen Jugendamt 14 Tage vor der Hilfeplanung vorliegt. Das von Seiten des zuständigen Jugendamtes verfasste Protokoll dieses Gespräches mit ggf. neuen Zielvereinbarungen wird ebenfalls in der persönlichen Akte festgehalten.

Evaluation

Die Bewertung, Auswertung und Steuerung der pädagogischen Arbeit geschieht in den Leitungs- und Teambesprechungen, Fachberatungen und in der Supervision. Die Evaluation der Hilfeverläufe erfolgt in Form der schriftlichen Dokumentation, sowie im Hilfeplangespräch.

8.4 Strukturelle Leistungsmerkmale

Personal

Für die Betreuung der Gruppe „Hof Herbergen“ steht folgendes Personal zur Verfügung:

0,5             Dipl.-Soz.-Päd.     – gruppenübergreifend – (10% Gesamtleitung, 40% Gruppenleitung)

0,5             Dipl.-Soz.-Päd.     – gruppenübergreifend – (Vertretung)

0,25          Verwaltung           – gruppenübergreifend –

0,25          Hausmeister         – gruppenübergreifend –

1,0             Erzieher (Betreuung)

1,0             Erzieher (Betreuung)

0,85          Erzieher (Betreuung)

0,5             Erzieher (Betreuung)

0,5             Erzieher (Betreuung)

0,5             Hauswirtschaftskraft   

Honorar   Fachberatung durch Systemische Familientherapeutin

Honorar   Supervision

Honorar   Psychologe

Für die Betreuungs-/Erzieherstellen werden 190 Std./Woche geplant.

Die Leitung der Einrichtung hat die Dienstaufsicht über das Personal und ist damit allen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen weisungsberechtigt. Sie übernimmt u. a. die Leitung von Teamgesprächen, Fallbesprechungen und Hilfeplangesprächen.

Die pädagogische Leitung nimmt an Teamgesprächen, Fallbesprechungen und Hilfeplangesprächen teil und koordiniert die dienstlichen Belange, sowie die  Anleitung und das Coaching des pädagogischen Teams.

Die Gruppenkräfte arbeiten im Schicht- und Wechseldienst. Die Nachtbereitschaft gilt an Werktagen von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr. An den Wochenenden und den niedersächsischen Ferienzeiten ist die Gruppe nicht besetzt.

Die Gruppe ist in den Belegungszeiträumen grundsätzlich mit mindestens einer pädagogischen Kraft besetzt. In der Zeit von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr sind mindestens 2 MitarbeiterInnen tätig.

Einmal im Jahr findet zusätzlich zum Gruppenangebot eine einwöchige Ferienfreizeit statt.

Über den normalen Betreuungsumfang hinaus werden einmal im Jahr in den Ferienzeiträumen Projekte angeboten. Diese können und sollen nach Absprache mit den Pädagogen partiell auch von Eltern begleitet werden. Besondere Anschaffungen und die Unterbringung der Eltern im Rahmen der Projektarbeit sind Bestandteil der individuellen Sonderleistungen.

Mitarbeiterqualifikation

Die Hilfe wird ausschließlich durch qualifiziertes pädagogisches Fachpersonal erbracht.

Die MitarbeiterInnen der Einrichtung „Smile-Kids“, Menslage, nahmen an der „Bundesweiten Fortbildungsinitiative 2010-2014“ des DGfPI „…zur Stärkung der Handlungsfähigkeit (Prävention und Intervention) von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe zur Verhinderung sexualisierter Gewalt“ teil.

Die dort erarbeiteten Konzepte, Standards und Kriseninterventionspläne gehören zu den Grundlagen der pädagogischen Arbeit in den Wohngruppen von „Smile-Kids“.

Räumlich

Die 5-Tage-Wochengruppe „Hof Herbergen“ verfügt über 6 Plätze. Es handelt sich um ein Mietobjekt.

Die Wohngruppe verfügt im Obergeschoß über 6 Einzelzimmer (durchschnittlich 10 qm), einen Mehrzweckraum und 2 Bäder mit Dusche. Im Erdgeschoß des Hauses befinden sich eine Küche, Lagerräume, ein Wohn- und Esszimmer sowie ein Mitarbeiterzimmer mit Nasszelle. Ein großzügiges Außengelände kann genutzt werden.

Die hauswirtschaftliche Versorgung der Wohngruppe ist vollkommen eigenständig und wird über die Hauswirtschaftskraft sowie die pädagogischen MitarbeiterInnen gewährleistet.

Der 5-Tage-Wochengruppe „Hof Herbergen“ stehen ein 7-sitziges Fahrzeug und ein PKW zur Verfügung.

8.5 Sonderaufwendungen im Einzelfall

Folgende Sonderaufwendungen im Einzelfall werden nach dem Individualprinzip

erbracht:

  • Taschengeld
  • Kosten für Familienheimfahrten (anteilig nach Rahmenvertrag)
  • Therapeutische Zusatzleistungen, Diagnostik
  • Außergewöhnliche Vereinsbeiträge und –Ausstattung
  • Starthilfen und die daraus resultierenden Leistungen (z. B. Erstausstattung bei Aufnahme, Erstausstattung bei Beginn einer Ausbildung)
  • Fahrtkosten zu externen Ärzten, Psychologen und Therapeuten
  • Restkosten für ärztliche und zahnärztliche Therapien

II. Individuelle Sonderleistungen

Darstellung der von der Einrichtung angebotenen individuellen Sonder-leistungen in Abgrenzung zu den Grundleistungen

Der Einsatz von individuellen Sonderleistungen muss mit allen Beteiligten erörtert worden sein und sollte vom örtlichen Träger der Jugendhilfe, den Sorgeberechtigten und der Einrichtung gleichermaßen befürwortet werden. Vor Beginn der Maßnahme ist eine entsprechende Kostenzusage einzuholen.

Folgende individuelle Sonderleistungen können nach Bedarf zeitnah organisiert werden:

  • Telefonischer Bereitschaftsdienst bei akuten Problemen in den „Nichtbetreuungszeiten“
  • Zusätzliche präventive Arbeit in Form von Beratungsgesprächen bei auftretenden Krisen in den Herkunftsfamilien zum Erarbeiten von Konfliktlösungsstrategien und Handlungsalternativen
  • Betreuung außerhalb der regulären Betreuungszeit
  • Begleitung in die Schule und ggf. im Unterricht
  • Nachhilfeunterricht
  • Spezielle therapeutische Angebote (z. B. Heilpädagogisches Reiten / Voltigieren)
  • Elternberatung durch eine systemische Familientherapeutin
  • Besondere Anschaffungen und die Unterbringung der Eltern im Rahmen der Projektarbeit
  • Begleitung der Familie im häuslichen Rahmen mit Zusatzmethoden zur Stärkung der innerfamiliären Beziehungen im Sinne der Kindeswohlsicherung (Video-Home-Training®, Ambulante Familienhilfe, Elterncoaching nach Haim Omer, etc.)
  • Einrichten einer ambulanten Familienhilfe bei Verbleib weiterer Kinder im elterlichen Haushalt
  • Intensivierung der Elternarbeit über Fachleistungsstunden (insbesondere bei Rückführungen)
  • Ambulante Begleitung der Familie nach erfolgter Rückführung